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Cham: 328 Paar rote Schuhe für Frauen und Mädchen, die heute fehlen

Rote Schuhe in Cham

Hermann Gammer im Gespräch mit Teilnehmerinnen bei der Aktion "Rote Schuhe" 

Die Zahl der weiblichen Opfer von Gewalt in Partnerschaften ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 % gestiegen, im Fünfjahresvergleich um 14,7 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Bundeskriminalamtes hervor. Mitte November 2025 kamen auch die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik heraus.

859 Frauen und Mädchen wurden bundesweit im letzten Jahr Opfer von versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten – 318 davon starben. Aus diesem Grund wurden auf dem Marktplatz in Cham 328 Paar rote Schuhe präsentiert, für Frauen und Mädchen, die heute fehlen.  

Zahlreiche Besucher am Chamer Marktplatz fanden sich zwischen den roten Schuhen zur Kundgebung von der Gleichstellungsbeauftragten des Landratsamtes Cham und der Fachberatungsstelle für gewaltbetroffene Frauen und ihren Kindern des Diakonischen Werks Cham - Regen ein.

Hermann Gammer, Außenstellenleiter des WEISSEN RINGS im Landkreis Cham berichtete, dass alleine im Landkreis Cham 2024, 270 Fälle von häuslicher und sexualisierter Gewalt angezeigt wurden. Dazu kommen weitere, die in Beratung der Fachberatungsstelle und / oder des WEISSEN RINGS waren und nicht angezeigt wurden. Die Dunkelziffer der nicht bekannt gewordenen Fälle ist geschätzt über das zehnfache. 

Er richtete außerdem einen Apell an alle Frauen, die in irgendeiner Art und Weise betroffen sind: „ Bitte holen Sie sich rechtzeitig Hilfe bei uns – kostenlos und anonym!“. Die Außenstelle Cham war mit einem Infostand vor Ort vertreten. 

Infostand rote Schuhe Cham

Doris Klingseisen und Hermann Gammer am Infostand in Cham. (Fotos: Doris Klingseisen)

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